© Anuvali Schauenburg

Siddha ist meine Stute, seit 2011. Sie war ein ausgebildetes M-Dressur und L-Springen Pferd. Sie kannte weder Bodenarbeit noch gebissloses Reiten. Insgesamt war sie nicht wirklich berührbar, schon gar nicht am Kopf / Ohren. Eingeschlossen in einen Kokon der Resignation funktionierte sie halbherzig ohne tieferen Kontakt zuzulassen. Sie konnte weder beim Auflegen des Pads noch beim Aufsteigen stehen bleiben. Der Kommentar meiner letzten Reitlehrerin war, „dieses Pferd ist unberechenbar und im Gelände nur mit Kandare reitbar“. In den letzten Jahren hat sie sich mehr und mehr geöffnet, sich auf mich eingelassen, wieder Vertrauen gelernt. Wir haben sehr viel Spaß und Freude beim gemeinsamen trainieren, spielen, tanzen und reiten, ja – Gebisslos mit Knotenhalfter und ohne Sattel – auf dem Platz und im Gelände.

Je freiwilliger und motivierter das Pferd gemeinsam mit uns trainieren möchte, desto weiter werden wir uns zusammen entwickeln und Freude haben. Die Trainingseinheiten sind sinnhaft in aufeinander aufbauende Einheiten eingeteilt. Alles beginnt am Boden und führt uns zu einer sicheren und freiwilligen Reitbeziehung.
Alle Ausbildungen finden ohne GEBISS statt. Jedes Pferd ist nach entsprechender Ausbildung gebisslos reitbar. Auch die „hohe Schule“ der klassischen Reitkunst ist ohne Gebiss reitbar. Jedes Gebiss führt zu Quetschungen der Zunge und löst einen Speichel – Schluckreflex aus, der das Pferd auf Fressen und Ruhe einstellt. Somit erhält das Pferd einen verwirrenden Doppelimpuls, da es ja in Wirklichkeit mit Gebiss im Maul Leistung bringen soll. Studien hierzu, siehe Alexander Nevzorov und Dr. Robert Cook.

Das Reiten mit Gebiss ist nicht sicherer als das gebisslose Reiten. Die meisten Unfälle geschehen mit Gebiss, die häufigsten „Durchgehunfälle“ geschehen mit Gebiss. In Wirklichkeit gibt überhaupt gar keinen Grund Pferden etwas in ihr hochsensibles Maul zu stecken!! außer ab und zu mal eine Karotte ...